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Tipp des Monats     April 2020

 
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Thema diesmal:

Begrüßen in Zeiten des Virus

 

Maoris und Iniuts sollten nicht mehr ihre Nasen aneinander reiben, Händeschütteln ist auf einmal verpönt – und die Bussi-Gesellschaft muss aufs Küsschen rechts und links verzichten. Selbst der zwischenzeitliche Ellbogencheck ist auf zwei Meter Abstand schon wieder gegenstandslos. Es ist ja immer spannend, wenn kommunikative Rituale auf einmal nicht mehr funktionieren. Mich hat das im erzwungenen häuslichen Zwangsurlaub dazu gebracht, mir Gedanken zu den verbleibenden verbalen Möglichkeiten der Begrüßung und der Verabschiedung zu machen. Und siehe da: in Deutschland bieten sich für uns wirklich sehr viele Möglichkeiten, auch wenn nicht alle tatsächlich der deutschen Sprache entstammen.

·         Am einfachsten macht man es sich hoch im Norden. „Moin“ geht ganztägig und reicht vollkommen aus. („Wer Moinmoin sagt, ist ein Schwätzer.“)

·         Guten Morgen“ und „Guten Abend“ geht überall, mit „Guten Tag“ fällt man im Süden schon sehr auf - verstehen muss man das nicht.

·         Schönen Tag noch“ oder „Schönen Abend noch“ kann man zur Verabschiedung sagen, „Schönen Morgen noch“ dagegen nicht – auch interessant.

·         Grüß Gott“ wird nur im Süden, dort aber mittlerweile auch von vielen Menschen benutzt, die tendenziell eher nicht am Sonntag in der Kirche auftauchen dürften.

·         Weniger formal, aber regional ähnlich verbreitet ist „Servus“ („Daran habe ich gleich erkannt, dass du aus dem Süden kommst“).

·         Mit „Ciau“ zeigt man lockeres mediterranes Lebensgefühl, im Gegensatz zu Italien wird es in Deutschland allerdings fast nur zur Verabschiedung genutzt. (Ob es mit Blick auf die Lage in Italien gerade seltener benutzt wird, entzieht sich meiner Kenntnis).

·         Hi“ war bei Jugendlichen schon mal angesagter, „Hallo“ scheint aber immer noch zu funktionieren, „Servus“ hält sich bei uns auch in der nächsten Generation. Insgesamt gibt es bei Jugendlichen regional und milieugebunden wohl die größte Auswahl.

·         Am spannendsten finde ich die Begrüßung „Mahlzeit“. Geht man in einer fremden Firma über den Flur, wird man bis gegen 11.00 Uhr ignoriert, danach schallt einem von allen Seiten ein „Mahlzeit“ entgegen, ab ca. 13.30 ist damit aber wieder Schluss. Da sieht man zumindest, was uns Deutschen besonders wichtig ist.

·         Meine Lieblinge sind dagegen die vielen ganz regionalen Varianten, leider sind gerade die aber vom Aussterben bedroht: „Habe die Ehre“ zum Beispiel oder aus meiner fränkischen Heimat die saloppe Verabschiedung „Ade“ (Betonung bitte auf dem e!).

 

An Möglichkeiten, durch die gewählte Begrüßung mehr auszudrücken als nur das Zeichen, dass man den anderen erkannt hat, mangelt es uns also nicht. Was aber sehr selten passiert ist, dass auf einmal ganz neue Begrüßungsformeln entstehen, die dann auch noch von sehr vielen Menschen benutzt werden. Allein dies zeigt schon, wie sehr der Virus unsere Wahrnehmung der Welt beeinflusst. Daher auf gut Neudeutsch:

 

Achten Sie auf sich und bleiben Sie gesund! (Und Ade natürlich bis zum nächsten Mal)

Ihr

Dr. Klaus Watzin

 

P.S. Das war heute etwas länger als üblich. Aber zumindest einige meiner Leser haben ja jetzt gerade etwas mehr Zeit.

 

 

Wie immer: Viel Erfolg beim Ausprobieren!

Ihr

Dr. Klaus Watzin

 

 

P.S. Wenn Sie nichts verpassen wollen, dann können Sie den jeweils aktuellen Tipp auch gerne per Email* bekommen. Geben Sie doch einfach Bescheid unter kontakt@watzin.de

 

* Datenschutzrechtlicher Hinweis: Ich werde Ihre Kontaktdaten ausschließlich zur Versendung des Tipps des Monats verwenden. Sie werden nicht an Dritte weitergegeben.

 

 

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